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Raum zum Spüren, Fühlen und Sein

Autorenbild: Marina Blind
Marina Blind
3. Sept.
4 Min. Lesezeit
Frau nach der Behandlung auf der Liege. Sie ist sichtlich bei sich angekommen und zufrieden

Was diese Worte über meine Arbeit und meine Haltung als Therapeutin erzählen.


Massira – Raum zum Spüren, Fühlen und Sein.

Dieser Satz begleitet meine Praxis und beschreibt für mich sehr vieles von dem, was mir in meiner Arbeit wichtig ist. Denn ich erlebe immer wieder, wie viel wir im Alltag funktionieren. Wir organisieren, kümmern uns, arbeiten, erledigen und versuchen, allem gerecht zu werden. Unser Körper macht vieles davon einfach mit. Bis wir irgendwann merken: Da ist eine Spannung, eine Unruhe, eine Erschöpfung, vielleicht Schmerzen. Vielleicht schlafen wir schlechter. Oder wir können gar nicht genau sagen, was eigentlich los ist – wir merken nur, dass wir uns nicht mehr richtig wohlfühlen. Und manchmal haben wir uns selbst dabei ein Stück weit aus den Augen verloren.


Genau deshalb sind für mich diese drei Worte so wichtig: Spüren. Fühlen. Sein.

Sie gehören zusammen – und trotzdem bedeutet jedes etwas anderes.


Spüren – wieder wahrnehmen, was der Körper erzählt

Spüren beginnt für mich im Körper. Was nehme ich wahr?

Wärme oder Kälte? Druck, Spannung, Enge oder Weite? Festigkeit oder Weichheit? Im Alltag schenken wir diesen Wahrnehmungen oft wenig Aufmerksamkeit. Vieles läuft nebenher – bis unser Körper deutlicher wird. In meiner Arbeit möchte ich deshalb immer wieder dazu einladen, die Aufmerksamkeit zurück zum eigenen Körper zu bringen. Und nicht nur dorthin, wo es gerade schmerzt. Sondern auch zu den feineren Veränderungen. Vielleicht fühlt sich eine Stelle zu Beginn einer Behandlung fest oder dicht an. Und irgendwann verändert sich etwas. Es wird weicher und freier. Der Atem fliesst anders. Eine Spannung lässt nach. Zunächst geht es gar nicht darum, diese Veränderung zu erklären. Sondern darum, sie selbst zu spüren. Was nehme ich gerade wahr?


Fühlen – was macht diese Wahrnehmung mit mir?

Für mich ist Fühlen etwas anderes als Spüren. Denn wenn ich körperlich wahrnehme, dass sich etwas verändert, kann daraus auch etwas auf einer emotionalen Ebene entstehen. Wenn sich beispielsweise eine Stelle, die vorher fest oder dicht war, plötzlich freier anfühlt: Was löst das in mir aus? Vielleicht entsteht Leichtigkeit, Erleichterung. Ruhe oder ein Wohlbefinden. Vielleicht fühlt sich etwas sicherer an. Oder es zeigt sich eine ganz andere Emotion. Das kann ich als Therapeutin nicht vorgeben – und ich möchte es auch nicht. Ich kann wahrnehmen, Fragen stellen und begleiten. Aber was eine körperliche Veränderung in einem Menschen auslöst, kann nur dieser Mensch selbst fühlen.

Genau deshalb gehören Spüren und Fühlen für mich zusammen, ohne dass sie dasselbe sind. Das eine beginnt mit der Wahrnehmung des Körpers. Das andere damit, was diese Wahrnehmung in mir bewegt.


Sein – nichts leisten und nichts erfüllen müssen

Und dann ist da noch das Sein. Für mich hat dieses Wort zwei Seiten.

Zum einen kann es aus dem Spüren und Fühlen entstehen: Ich habe etwas wahrgenommen. Ich habe gespürt, was sich verändert. Vielleicht ist daraus ein Gefühl entstanden. Und dann muss nicht sofort der nächste Schritt kommen. Ich muss es nicht analysieren, bewerten oder unmittelbar etwas daraus machen. Es darf einfach da sein.


Gleichzeitig bedeutet Sein für mich aber noch etwas Grundsätzlicheres:

Meine Praxis soll ein Raum sein, in dem man für einen Moment nicht funktionieren muss.

Nicht leisten. Nicht optimieren und nicht den Erwartungen anderer gerecht werden.


Einfach ankommen und da sein dürfen.

Mit dem, was gerade ist. Vielleicht mit Anspannung. Vielleicht mit Erschöpfung. Vielleicht mit dem Wunsch nach Ruhe oder auch einfach mit dem Bedürfnis, sich etwas Gutes zu tun.

All das darf seinen Platz haben.


Eine Behandlung kann vieles sein

Manche Menschen kommen zu mir, weil ihr Rücken oder Nacken verspannt ist. Andere möchten entspannen, zur Ruhe kommen oder sich einfach einmal etwas Gutes tun. Und auch das hat seinen Platz. Eine Behandlung kann aber noch etwas anderes ermöglichen. Manchmal entsteht über die Berührung ein Moment, in dem jemand seinen Körper wieder bewusster wahrnimmt. Manchmal geschieht es im Gespräch. Durch eine Frage. Durch den Atem oder durch eine kleine Wahrnehmungsübung. Ich arbeite mit meinem Wissen aus der Ayurveda-Therapie und den manuellen Behandlungen. Aber genauso wichtig ist mir der Mensch, der vor mir sitzt. Deshalb gibt es für mich nicht die eine Behandlung, die für alle gleich aussieht.


Ich muss nicht für dich wissen, was richtig ist

Dieser Gedanke ist mir in meiner Arbeit besonders wichtig. Natürlich bringe ich mein Fachwissen und meine Erfahrung mit. Ich kann Zusammenhänge erklären, Impulse geben und therapeutisch begleiten. Gleichzeitig kann ich für keinen Menschen interpretieren, was er spürt oder was er fühlen sollte. Ich kann fragen: "Was nimmst du wahr?" Vielleicht lautet die Antwort: "Es fühlt sich hier freier an". Und dann können wir einen Schritt weitergehen: "Und was macht das mit dir"? Vielleicht entsteht daraus: "Ich fühle mich leichter, ruhiger, wohler..." oder etwas ganz anderes. Die Antwort gehört nicht mir. Sie gehört dem Menschen, der sie wahrnimmt. Und genau das ist für mich ein wichtiger Teil meiner therapeutischen Arbeit: nicht nur etwas am Menschen zu tun, sondern ihn dabei zu begleiten, sich selbst wieder bewusster wahrzunehmen.


Ein Raum zum Spüren, Fühlen und Sein

Vielleicht beschreiben diese drei Worte deshalb meine Arbeit so gut.

  • Spüren, was im Körper wahrnehmbar ist.

  • Fühlen, was diese Wahrnehmung in dir auslöst

  • Sein – mit dem, was gerade da ist, ohne etwas leisten oder erfüllen zu müssen.


Manchmal führt das eine zum anderen. Manchmal braucht ein Mensch einfach nur Ruhe und eine wohltuende Behandlung. Beides darf sein.


Denn am Ende wünsche ich mir, dass meine Praxis ein Ort ist, an dem Menschen für einen Moment aus ihrem Alltag heraustreten, bei sich ankommen und sich selbst wieder etwas näherkommen können.

1 Kommentar


Gast
04. Sept.

Ein grosses JA zu diesen Worten! Ich durfte in den letzten Jahren einige Male in den Genuss der ayurvedischen Behandlungen kommen und es war immer anders und immer wunderbar. Für mich ist es der äussere und innere Raum, der mein Sein, Fühlen und Wahrnehmen vor Ort möglich macht - durch die stimmige Einrichtugn und die feinfühlige Art der lieben Marnina - herzlichen Dank!

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