Raum zum Spüren, Fühlen und Sein
- bea carelli
- vor 3 Tagen
- 4 Min. Lesezeit

Was diese Worte über meine Arbeit und meine Haltung als Therapeutin erzählen.
Massira – Raum zum Spüren, Fühlen und Sein.
Dieser Satz begleitet meine Praxis und beschreibt für mich sehr vieles von dem, was mir in meiner Arbeit wichtig ist. Denn ich erlebe immer wieder, wie viel wir im Alltag funktionieren.
Wir organisieren, kümmern uns, arbeiten, erledigen und versuchen, allem gerecht zu werden. Unser Körper macht vieles davon einfach mit. Bis wir irgendwann merken: Da ist eine Spannung, eine Unruhe, eine Erschöpfung, vielleicht Schmerzen, vielleicht schlafen wir schlechter oder wir können gar nicht genau sagen, was eigentlich los ist – wir merken nur, dass wir uns nicht mehr wohlfühlen.
Manchmal haben wir uns ein Stück weit aus den Augen verloren.
Genau deshalb sind für mich diese drei Worte so wichtig: Spüren, fühlen, sein.
Sie gehören zusammen – und trotzdem bedeutet es jedem etwas anderes.
Spüren – wieder wahrnehmen, was der Körper erzählt
Spüren beginnt für mich im Körper. Was nehme ich wahr?
Wärme oder Kälte. Druck, Spannung, Enge oder Weite. Festigkeit oder Weichheit. Im Alltag schenken wir diesen Wahrnehmungen oft wenig Aufmerksamkeit. Vieles läuft nebenher – bis unser Körper deutlicher wird.
In meiner Arbeit möchte ich deshalb immer wieder dazu einladen, die Aufmerksamkeit zurück zum eigenen Körper zu bringen. Und nicht nur dorthin, wo es gerade schmerzt.
Sondern auch zu den feineren Veränderungen. Vielleicht fühlt sich eine Stelle zu Beginn einer Behandlung fest oder dicht an. Und irgendwann verändert sich etwas. Es wird weicher und freier.
Der Atem fliesst anders, die Spannung lässt nach.
Es geht nicht darum, die Veränderung zu erklären, wichtig ist, sie zu spüren.
Fühlen – was macht diese Wahrnehmung mit mir?
Für mich ist Fühlen etwas anderes als Spüren. Denn wenn ich körperlich wahrnehme, dass sich etwas verändert, kann daraus auch etwas auf einer emotionalen Ebene entstehen.
Wenn sich beispielsweise eine Stelle, die vorher fest oder dicht war, plötzlich freier anfühlt, beobachte ich, was es in mir auslöst, z. B. Leichtigkeit, Erleichterung, Ruhe oder Wohlbefinden.
Vielleicht fühlt sich etwas sicherer an.Oder es zeigt sich eine ganz andere Emotion.
Das möchte ich als Therapeutin nicht vorgeben. Mein Job ist es, dich wahrzunehmen und dir die Fragen zu stellen, die dich vom Spüren zum Fühlen bringen. Diese Verbindung schenkt dir viele Aha-Erlebnisse, die dich im Leben weiterbringen und dir inneren Frieden und Ruhe schenken.
Und aus diesem Grund gehören Spüren und Fühlen für mich zusammen, ohne dass sie dasselbe sind.
Das eine beginnt mit der Wahrnehmung des Körpers. Das andere damit, diese Wahrnehmung in dir einzuordnen.
Sein – nichts leisten und nichts erfüllen müssen
Und dann ist da noch das Sein. Für mich hat dieses Wort zwei Seiten.
Zum einen kann es aus dem Spüren und Fühlen entstehen: Ich habe etwas wahrgenommen. Ich habe gespürt, was sich verändert. Vielleicht ist daraus ein Gefühl entstanden.
Und dann muss nicht sofort der nächste Schritt kommen.
Ich muss es nicht analysieren, bewerten oder unmittelbar etwas daraus machen.
Es darf einfach da sein.
Gleichzeitig bedeutet Sein für mich aber noch etwas Grundsätzlicheres:
Meine Praxis: In diesem Raum darfst du sein. Du musst nicht funktionieren, etwas leisten oder etwas optimieren. Du musst keine Erwartungen entsprechen, auch nicht deinen eigenen.
Einfach ankommen und da sein dürfen.
Ob du eine Anspannung, Verspannung hast oder erschöpft bist, alles darf sein, nichts muss. Vielleicht wünschst du auch einfach Ruhe oder du willst dir was Gutes tun. All das darf seinen Platz haben.
Eine Behandlung kann vieles sein
Manchmal entsteht über die Berührung ein Moment, in dem jemand seinen Körper wieder bewusster wahrnimmt. Manchmal geschieht das auch im Gespräch durch eine Frage, durch den Atem oder durch eine kleine Wahrnehmungsübung.
Ich arbeite mit meinem Wissen aus der Ayurveda-Therapie und den manuellen Behandlungen.
Jede Behandlung ist anders, denn der Mensch, der vor mir sitzt, ist der Mittelpunkt und kein Mensch ist gleich wie der andere. Deshalb gibt es für mich nicht die eine Behandlung, die für alle gleich aussieht.
Ich muss nicht für dich wissen, was richtig ist
Dieser Gedanke ist mir in meiner Arbeit besonders wichtig. Natürlich bringe ich mein Fachwissen und meine Erfahrung mit. Ich kann Zusammenhänge erklären, Impulse geben und therapeutisch begleiten. Gleichzeitig kann ich für keinen Menschen interpretieren, was er spürt oder was er fühlen sollte. Ich kann fragen: Was nimmst du wahr? Vielleicht lautet die Antwort: Es fühlt sich hier freier an.
Und dann können wir einen Schritt weitergehen: Und was macht das mit dir? Vielleicht entsteht daraus: Ich fühle mich leichter, ruhiger, wohler...
Vielleicht entsteht auch etwas ganz anderes. Wie schon erwähnt: Jede Behandlung ist anders.
Und genau das ist für mich ein wichtiger Teil meiner therapeutischen Arbeit: Nicht nur etwas am Menschen zu tun, sondern ihn dabei zu begleiten, sich selbst wieder bewusster wahrzunehmen.
Ein Raum zum Spüren, Fühlen und Sein
Vielleicht beschreiben diese drei Worte deshalb meine Arbeit so gut. Spüren, was im Körper wahrnehmbar ist. Fühlen, was diese Wahrnehmung in dir auslöst und Sein – mit dem, was gerade da ist, ohne etwas leisten oder erfüllen zu müssen.
Denn am Ende wünsche ich mir, dass meine Praxis dein Ort ist, an dem du für einen Moment aus dem Alltag heraustreten darfst, bei dir ankommen und dir selbst wieder etwas näherkommen kannst.

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