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Habe ich wirklich Hunger – oder brauche ich gerade etwas anderes?

  • Autorenbild: bea carelli
    bea carelli
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Vor dem Kühlschrank innehalten und überlegen, ob die Schokolade Hunger oder emotionaler Hunger ist

Warum es sich lohnt, vor dem Essen einen Moment innezuhalten

Das Abendessen ist gerade einmal eine Stunde her. Eigentlich bist du satt.

Die Küche ist aufgeräumt, du setzt dich aufs Sofa – und irgendwann kommt dieser Gedanke:

Jetzt hätte ich noch gerne etwas Süsses. Vielleicht Schokolade. Vielleicht etwas Salziges. Einfach noch eine Kleinigkeit.

Und dann stellt sich die Frage: Ist das eigentlich Hunger?

Vielleicht nicht. Vielleicht ist es einfach Lust. Vielleicht Gewohnheit.

Vielleicht war der Tag anstrengend und dieser kleine Genussmoment fühlt sich gerade gut an.

Und genau da wird es spannend.


Emotionaler Hunger

Essen stillt nicht nur körperlichen Hunger

Essen bedeutet für uns viel mehr als reine Energieaufnahme.

Es kann Genuss sein, Gemeinschaft, Belohnung, Trost, Frust, Erinnerung oder einfach ein schöner Moment nach einem langen Tag. Und daran ist grundsätzlich nichts falsch.

Vielleicht war der ganze Tag voll mit Terminen, Arbeit, Familie und Dingen, die erledigt werden mussten.

Und jetzt sitzt du endlich. Niemand möchte gerade etwas von dir. Die Schokolade ist vielleicht gerade auch ein kleiner Moment von: Jetzt bin ich dran.

Das bedeutet nicht, dass hinter jedem Stück Schokolade Stress oder ein unerfülltes Bedürfnis steckt.

Manchmal haben wir einfach Lust auf etwas. Wichtig finde ich nur, dass wir den Unterschied überhaupt noch wahrnehmen können: Habe ich Hunger – oder habe ich Lust?


Wahrnehmen statt automatisch zugreifen

Bevor wir automatisch zugreifen, kann es helfen, einen Moment innezuhalten und wahrzunehmen, was gerade eigentlich da ist. Nicht sofort denken: Ich bin gestresst, deshalb will ich jetzt Süsses.

Aber auch nicht: Es spielt keine Rolle, ob ich Hunger habe oder nicht.

Viel interessanter ist die Frage: Was nehme ich gerade wahr?

Ist mein Magen leer? Spüre ich echten körperlichen Hunger?

Oder ist da eher Appetit auf etwas Bestimmtes?

Bin ich müde? Angespannt? Oder möchte ich einfach etwas geniessen?

Es geht nicht darum, sich zu verurteilen.

Es geht darum, wieder bewusster zu unterscheiden.


Hunger, Appetit und Gewohnheit sind nicht dasselbe

Wir essen nicht nur dann, wenn unser Körper Energie braucht.

Wir essen auch, weil etwas gut riecht. Weil andere essen. Weil etwas vor uns steht. Weil es gemütlich ist. Oder weil wir Lust darauf haben. Das gehört zum Leben dazu. Spannend wird es dann, wenn wir gar nicht mehr unterscheiden können: Habe ich Hunger – oder esse ich eigentlich aus Gewohnheit?

Vielleicht greifen wir jeden Abend zur Schokolade, ohne noch bewusst zu entscheiden.

Vielleicht essen wir tagsüber wenig, weil keine Zeit ist – und wundern uns abends über grossen Appetit. Vielleicht essen wir ständig Kleinigkeiten zwischendurch und merken irgendwann gar nicht mehr, wie sich echter Hunger anfühlt. Genau da kann Wahrnehmung wieder wichtig werden.


Einen Moment innehalten

Vielleicht braucht es gar nicht sofort eine neue Regel. Vielleicht reicht für den Anfang diese eine Frage: Habe ich gerade wirklich Hunger – oder brauche ich gerade etwas anderes? Nicht um dich zu kontrollieren. Nicht um dir etwas zu verbieten, sondern um wieder etwas genauer wahrzunehmen, was in diesem Moment eigentlich da ist.

Und vielleicht entscheidest du danach ganz bewusst: Ja, ich habe Hunger.

Oder: Nein, ich habe keinen Hunger – aber ich möchte dieses Stück Schokolade jetzt trotzdem geniessen. Beides ist etwas anderes als automatisch zuzugreifen.

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