Warum reagiert mein Körper plötzlich anders?
- bea carelli
- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Wenn Essen, Stress und ein volles Wochenende plötzlich mehr Spuren hinterlassen als gewohnt.
Ein «normales» Wochenende:
Freitagabend waren wir schön essen.
Am Samstag eine Geburtstagsfeier – gutes Essen, vielleicht ein Glas Wein und später noch ein Dessert.
Und am Sonntag? Kaffee und Kuchen bei der Familie.
Ein schönes Wochenende bis zum Montagmorgen... da fühlte es sich nicht mehr ganz so schön an:
Der Bauch ist aufgebläht. Der Kopf etwas schwer. Müde, träge und irgendwie nicht wohl in seinem Körper.
Früher habe ich das doch auch alles vertragen. Warum reagiert mein Körper plötzlich so?
Diese Frage begegnet mir in meiner Praxis immer wieder.
Gerade in der Lebensmitte merken viele Menschen, dass der Körper auf Dinge anders reagiert als noch vor einigen Jahren.
Was mache ich denn plötzlich falsch? Vielleicht ist genau das schon die falsche Frage.
Unser Körper bleibt nicht ein Leben lang derselbe – wir verändern uns.
Das klingt selbstverständlich – und trotzdem erwarten wir häufig von unserem Körper, dass er mit 45, 50 oder 55 noch genauso reagiert wie mit 30.
Gerade in den Jahren rund um die Wechseljahre verändert sich im weiblichen Körper einiges. Auch Schlaf, Stress, Bewegung, Regeneration und unser gesamter Alltag können eine Rolle spielen.
Vielleicht ist das Leben voller geworden.
Vielleicht schlafen wir weniger erholsam.
Vielleicht funktioniert unser Körper nicht schlechter – sondern braucht einfach etwas anderes als früher.
Und dann gibt es noch einen Bereich, dem Ayurveda besonders viel Aufmerksamkeit schenkt:
Unsere Verdauung.
Ayurveda fragt nicht nur: Was hast du gegessen?
Im Ayurveda sprechen wir vom Agni, unserer Verdauungs- und Stoffwechselkraft.
Sehr vereinfacht gesagt beschreibt Agni unsere Fähigkeit, das, was wir aufnehmen, gut zu verarbeiten.
Dabei geht es nicht nur darum, ob ein Lebensmittel grundsätzlich «gesund» oder «ungesund» ist.
Ayurveda schaut auch darauf:
Wie viel esse ich?
Wann esse ich?
Hatte ich überhaupt Hunger?
Wie viele unterschiedliche Dinge kommen zusammen?
Wie regelmässig esse ich?
Und in welchem Zustand befindet sich mein Körper gerade?
Denn ein Essen, das ich an einem entspannten Tag wunderbar vertrage, kann sich nach mehreren anstrengenden Tagen plötzlich ganz anders anfühlen.
Vielleicht war es gar nicht der Kuchen
Nehmen wir noch einmal unser Wochenende.
Vielleicht war das Abendessen am Freitag für sich überhaupt kein Problem.
Und auch der Geburtstag am Samstag nicht.
Der Kuchen am Sonntag wahrscheinlich ebenfalls nicht.
Aber alles zusammen bedeutet für den Körper mehrere Tage hintereinander viel Verdauungsarbeit.
Dazu vielleicht später ins Bett, weniger Schlaf, Alkohol, weniger Bewegung und kaum eine richtige Pause zwischen den Mahlzeiten.
Und irgendwann meldet sich der Körper.
Nicht unbedingt, weil ein bestimmtes Lebensmittel «schlecht» war.
Vielleicht war es einfach zu viel auf einmal.
Genau diese Zusammenhänge finde ich spannend.
Denn plötzlich geht es nicht mehr darum, nach dem einen Lebensmittel zu suchen, das wir ab morgen für immer weglassen müssen.
Wir beginnen stattdessen zu beobachten.
Erst einmal wahrnehmen
Bevor wir sofort etwas streichen oder uns neue Regeln auferlegen, kann es helfen, genauer hinzuschauen.
Wann habe ich wirklich Hunger?
Wie fühlt sich mein Bauch nach dem Essen an?
Wann entsteht ein Blähbauch?
Welche Mahlzeiten tun mir gut?
Wie schlafe ich?
Wie viel Erholung habe ich?
Und was passiert, wenn mehrere üppige Tage aufeinanderfolgen?
Nicht um sich ständig zu kontrollieren.
Sondern um den eigenen Körper wieder besser kennenzulernen.
Der Körper arbeitet nicht gegen uns
Wenn unser Körper plötzlich anders reagiert als früher, bedeutet das nicht automatisch, dass mit ihm etwas nicht stimmt.
Und es bedeutet auch nicht, dass wir ab jetzt auf alles verzichten müssen, was Freude macht.
Aber vielleicht lohnt es sich, seine Signale etwas ernster zu nehmen.
Denn unser Körper verändert sich im Laufe unseres Lebens.
Und vielleicht darf sich deshalb auch unser Umgang mit ihm verändern.
Nicht mit mehr Druck.
Sondern mit mehr Aufmerksamkeit: Was tut mir heute gut – in dem Körper und in der Lebensphase, in der ich jetzt gerade bin?
Vielleicht ist genau das die interessantere Frage als:
Warum funktioniert es nicht mehr wie früher?

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